Es ist ein kleines Schmuckstück mit Charakter, zentral und ruhig gelegen: Unser Büdelsdorfer Quartier am Heinrich-Jacobs-Platz. Doch die 35 Wohnungen aus den 1950er-Jahren, verteilt auf sieben Gebäude, entsprachen in ihrer Technik, den Grundrissen und Energiestandards nicht mehr heutigen Ansprüchen. Anstatt den Weg von Abriss und Neubau zu gehen, haben wir uns entschlossen, den besonderen Charakter des Quartiers zu erhalten und die Gebäude von Grund auf zu sanieren und damit langfristig zu erhalten. Bei einem Vor-Ort-Termin am 09.06.2026 konnten wir der Presse und einem kleinen Kreis von Interessierten das erste fertige Gebäude präsentieren.
So nutzten unter anderem Büdelsdorfs Bürgermeister Rainer Hinrichs und Bürgervorsteherin Maike Wilken die Gelegenheit, um sich persönlich ein Bild von den weit fortgeschrittenen Arbeiten zu machen. Begrüßt wurden sie dabei von bgm-Vorstand Stefan Binder, der die Hintergründe zu dem umfangreichen Sanierungsprojekt erläuterte. „Ursprünglich stand einmal die Idee von Abriss und Neubau im Raum“, so der Genossenschaftsvorstand. Dabei war es nicht nur der Wunsch, den besonderen Charme des Gebäude-Ensembles zu bewahren, der schließlich den Ausschlag zur Sanierung gab. Denn zum nachhaltigen und klimafreundlichen Wirtschaften gehört auch die Erkenntnis, dass ein Gebäude einen großen Teil seines CO2-Ausstoßes bereits in seiner Bauphase verursacht – durch Baustoffe, die Bautätigkeit sowie die gesamte dafür eingesetzte Energie. „Steine werden nicht schlecht“, so Stefan Binder, „und so ist es unser Ansatz, hier am Heinrich-Jacobs-Platz das, was bereits vorhanden ist, so gut wie möglich weiter zu nutzen“.
Geplant wurden die Sanierungsmaßnahmen vom Kieler Architekturbüro BSP Architekten. Dass hier in den Nachkriegshäusern praktisch Wohnungen mit Neubaustandards entstehen, wurde vor allem im direkten Vergleich mit den noch unsanierten Wohnräumen deutlich. Denn im Zuge der Arbeiten wurden nicht nur moderne Bäder, Küchen sowie neue Terrassen und Balkone installiert, sondern auch komplett neue Grundrisse geschaffen, die im Zusammenspiel mit dem warmen Dielenfußboden ein zeitgemäßes und behagliches Wohngefühl vermitteln. Neben einer 108 m² großen 4-Zimmer-Maisonettewohnung umfasst das erste fertiggestellte Gebäude vier weitere 2-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 40 und 59 m². Damit bleibt die Gesamtzahl der bisherigen Wohnungen bestehen – ebenso wird es bei den noch ausstehenden Gebäuden sein. Gut für die Klimabilanz und die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner: Eine zusätzliche Dämmung von innenliegenden Gebäudeteilen sowie neue Fenster und Türen verbessern die Energiebilanz, die Beheizung erfolgt gasunabhängig durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Auch die alten Stallgebäude im rückwärtigen Bereich der Häuser werden erhalten und dienen als zusätzliche Abstellmöglichkeit, beispielsweise für Fahrräder.
Umfangreiche Sanierungsarbeiten wie hier am Heinrich-Jacobs-Platz können nur in leerstehenden Wohnungen erfolgen. Doch wurden im Vorfeld keine Kündigungen ausgesprochen. Binder: „Allen unseren Mitgliedern, die aufgrund der Arbeiten ihre Wohnungen verlassen mussten, konnten wir Wohnraum aus unserem großen Wohnungsbestand anbieten. Und wer möchte, kann nach Abschluss der Arbeiten zurück ins Quartier ziehen.“ Im Herbst soll die Sanierung der weiteren sechs Gebäude folgen, für die Arbeiten ist ungefähr ein Jahr angesetzt.







